Verkehrsunfall - im Ausland

Grundlegend sollte bei jedem Verkehrsunfall im Ausland - auch bei reinen Sachschäden - die Polizei gerufen werden. Eine behördliche Unfallbestätigung ist für den Grenzübertritt nach Österreich notwendig.

Aufgrund des beschädigten Fahrzeuges könnte man sonst in den Verdacht der Fahrerflucht kommen! Nach einem Unfall mit Personenschaden ist es außerdem empfehlenswert, mit einer österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat) Kontakt aufzunehmen.

Wie sollte man vorgehen?

  • Bei einem Unfall im Ausland ist genauso wie im Inland vorzugehen: Unfallstelle absichern, Erste Hilfe leisten, Position der Fahrzeuge nicht verändern, Beweissicherung durch Fotografie und Zeugen durchführen.
  • Im Ausland sollte, auch wenn nur ein Sachschaden vorliegt, immer die Polizei verständigt werden. Wenn das Auto fahrtüchtig ist und man damit nach Österreich zurückkehren will, sollte man von der Polizei eine Unfallbestätigung für den Grenzübertritt verlangen, um eventuelle Schwierigkeiten zu vermeiden.
  • Reist man mit einem (nach einem Auslandsunfall gleich) im Ausland reparierten Fahrzeug nach Österreich ein und handelt es sich dabei um ein Land außerhalb der EU, sind auf jeden Fall die Reparaturkosten beim Zoll zu deklarieren, ansonsten kann es sehr teuer werden: Wenn das Auto im Zuge eines Unfalles oder einer Panne dringend und notwendig repariert werden musste, so gilt es als zollfrei (behördliche Bestätigung ist sehr wichtig)! Bedingung: Man muss es beim Zoll deklarieren! Auf Autoreparaturen, die nicht infolge eines Unfalles/einer Panne durchgeführt wurden, bzw. wenn sie nicht zwingend notwendig für ein Weiterkommen sind, wird Zoll eingehoben. Wer sein Auto repariert, ohne dies beim Zoll anzumelden, muss damit rechnen, dass der ganze Wagen verzollt wird!

Zu beachten ist, dass das Recht des Unfallortes zur Anwendung gelangt, das sich natürlich wesentlich vom österrreichischen Recht unterscheiden kann. Außerdem kann die Schadensabwicklung längere Zeit dauern.

  • Der Abschluss einer Kasko- bzw. einer Rechtsschutzversicherung ist empfehlenswert.
  • Unbedingt mitführen sollte man einen Unfallbericht. Besonders nützlich sind die Übersetzungen des Europäischen Unfallberichts.
  • Diese Übersetzungen können bei einem Unfall im Ausland wertvolle Hilfe leisten, da der Europäische Unfallbericht in allen Ländern gleich gestaltet ist. Bei der Schadensaufnahme können dann beide Unfallgegner trotz der Sprachbarrieren den Sachverhalt darstellen.
  • In einigen Staaten reicht das Ausfüllen eines Unfallberichtes alleine nicht aus: So ist zum Beispiel in Kroatien, der Türkei, Tschechien, der Slowakei, Polen, Bulgarien, Rumänien und Mazedonien nach einem Unfall unbedingt die Exekutive zu verständigen, die ein Polizeiprotokoll erstellt.

Bei einem Personenschaden ist auf jeden Fall die Polizei zu kontaktieren.

  • Sollte es bei der Unfallaufnahme zu Problemen kommen, kann die österreichische Auslandsvertretung (Botschaft oder Konsulat) für Hilfestellung in Anspruch genommen werden.
  • In den meisten osteuropäischen Staaten wird von der Polizei bei Personenschaden bis zur Sachverhaltsklärung der Pass des Lenkers abgenommen.